Review: KoRn III Remember Who You Are

Einigen wir uns einfach mal darauf, dass “See You On The Other Side” und “Untitled” nie erschienen sind. Ok? Diese beiden Alben waren musikalisch vielleicht gut, aber eine gemeine Mogelpackung. Es stand KoRn drauf, aber war absolut kein KoRn drin. Reden wir nicht weiter drüber, denn Remember Who You Are stellt diese beiden Alben in einen Schatten, der ihre Existenz gerne vergessen lässt.

Endlich ist der typische Fieldy-Bass-Sound zurück, ein klackernder, zumeist geslappter Bass. Charismatische Songs ohne diese merkwürdigen industrial Anleihen, dafür mit einprägsamen Melodien, verquere Songstrukturen, offenen und ehrlichen Texte, sowie Passagen, die sich selber nicht so ganz ernst zu nehmen scheinen. Wie es sich für KoRn gehört.

Fans durch die letzten beiden Alben, die ja nun wie besprochen Take A Look In The Mirror und Untouchables sind, dürften vermutlich etwas enttäuscht sein. Da der Sound verhältnismäßig roh ist. Eher wie beim Selftitled und Life Is Peachy. Was logisch ist, weil Ross Robinson als neuer und alter Produzent.

Dennoch finde ich nicht, dass es eine einfache Kopie dieser alten Tage ist, sondern eine Fortsetzung. Da bedingt durch den Ausstieg von Head vor einigen Jahren, sowie dem neuen Drummer, der einen wirklich guten Job macht, es insgesamt etwas anders klingt. Eine Fortsetzung zu Life is Peachy, sozusagen das dritte Album – daher auch KoRn III. Tricky.

Das Streitthema wird wohl ziemlich schizophren sein. Es heisst teilweise, sie kopieren sich selbst, es fehle JD an Authentizität, es fehle an Innovation und sei gemessen am musikalischem Umfeld unwichtig. Was denn nun? Es ist der alte KoRn Sound, den sich alle gewünscht haben. JD ist keine 20 mehr und hat . Also was erwartet ihr? Man kann es eben nicht allen recht machen.

Fazit: ein wirklich gelungenes Album, wo KoRn drauf steht und KoRn drin ist – mit Luft nach Oben. Man erinnert sich an die alten Tage, ohne sie einfach nur zu kopieren – was vermutlich stark umstritten sein wird. Es wird viele geben, die wieder meckern, die es gar zerreissen werden. Ich jedenfalls bin gespannt auf kommende Alben und kann wieder mit herzlicher Freude KoRn hören.

Anspieltipps: Oildale, Fear Is A Place To Live, Pop A Pill, Move On, Trapped Underneath The Stairs (Bonus Track).

8/10


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